Eröffnung der Ausstellung „Lətif Kərimov – 120 Jahre“

01 Oktober 2026, 19:00
Bellariastraße 8, 1010 Wien, Österreich

Auf Grundlage einer entsprechenden Anordnung des Präsidenten der Republik Aserbaidschan wird im Jahr 2026 der 120. Geburtstag des herausragenden Teppichkünstlers und Wissenschaftlers Latif Kerimov begangen.

Im Aserbaidschanischen Kulturzentrum in Österreich fand die Eröffnung einer Ausstellung aserbaidschanischer Teppiche statt, die dem 120. Geburtstag von Latif Kerimov gewidmet ist. Kerimov war ein bedeutender Teppichkünstler, Kunstwissenschaftler und einer der Begründer der wissenschaftlichen Erforschung der aserbaidschanischen Teppichkunst.

Die in Wien organisierte Ausstellung trägt im Rahmen des Jubiläums dazu bei, das reiche Erbe der aserbaidschanischen Teppichkunst einem internationalen Publikum näherzubringen.

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit zwischen dem Aserbaidschanischen Kulturzentrum und der Aktiengesellschaft „Azerkhalcha“ organisiert. An der Eröffnung nahmen Vertreterinnen und Vertreter des in Österreich akkreditierten diplomatischen Corps, Persönlichkeiten aus Kultur und Kunst, Mitglieder der aserbaidschanischen Gemeinschaft sowie Vertreterinnen und Vertreter der österreichischen Öffentlichkeit teil.

In ihrer Eröffnungsrede sprach die Direktorin des Aserbaidschanischen Kulturzentrums, Leyla Gasimova, über die herausragenden Verdienste von Latif Kerimov um die Entwicklung der aserbaidschanischen Teppichkunst. Sie betonte, dass das umfangreiche künstlerische und wissenschaftliche Erbe des bedeutenden Künstlers eine wichtige Rolle bei der Erforschung, Systematisierung und Weitergabe der aserbaidschanischen Teppichtraditionen an künftige Generationen gespielt habe. Seine Arbeit habe wesentlich zur wissenschaftlichen Untersuchung der nationalen Teppichkunst sowie zur Klassifizierung der einzelnen Teppichschulen und ihrer Ornamentik beigetragen.

Anschließend hob Emin Mammadov, Vorsitzender des Vorstands der Aktiengesellschaft „Azerkhalcha“, hervor, dass der aserbaidschanische Teppich ein bedeutendes Zeugnis des nationalen Kulturerbes sei, in dem die jahrhundertealte Geschichte, die Weltanschauung, der ästhetische Geschmack und das kulturelle Gedächtnis des Volkes lebendig blieben. Er sprach über die Bedeutung der Bewahrung, Pflege und internationalen Bekanntmachung der aserbaidschanischen Teppichtraditionen und unterstrich die unverzichtbare Rolle Latif Karimovs bei der Entwicklung und wissenschaftlichen Erforschung dieser Kunstform.

Im Anschluss an die Redebeiträge wurden die Gäste eingeladen, die Ausstellung zu besichtigen. Die Exposition präsentierte Teppiche aus verschiedenen aserbaidschanischen Teppichschulen. Dabei erhielten die Besucherinnen und Besucher Informationen über deren Ornamente, Kompositionen, Farbgestaltung und Webtechniken.

Ein besonderes Highlight der Ausstellung war die lebendige Präsentation der aserbaidschanischen Teppichkunst. Ein eigens aus Aserbaidschan nach Wien angereister Teppichmeister demonstrierte an einem Webstuhl die traditionelle Technik des Teppichwebens und zeigte den Gästen, wie die einzelnen Knoten geknüpft werden. Die Besucherinnen und Besucher konnten sich selbst an den Webstuhl setzen und das Knüpfen eigener Teppichknoten ausprobieren. Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die die Aufgabe erfolgreich bewältigten, erhielten als Erinnerung kleine Geschenkzertifikate. Die interaktive Präsentation stieß insbesondere bei den internationalen Gästen auf großes Interesse.

Um die Ausstellung einem noch breiteren Publikum zugänglich zu machen, wurde auch eine spezielle digitale Version entwickelt. Auf der digitalen Plattform werden Informationen zur Geschichte der aserbaidschanischen Teppichkunst, zum Leben und Schaffen von Latif Kerimov, zu den wichtigsten aserbaidschanischen Teppichschulen sowie zu den ausgestellten Exponaten, ihren Ornamenten und Webtechniken in aserbaidschanischer, deutscher, englischer, italienischer, türkischer und russischer Sprache angeboten.

Die mehrsprachige digitale Präsentation wurde auch im Hinblick auf die Teilnahme des Aserbaidschanischen Kulturzentrums an der „ORF-Langen Nacht der Museen“, einem der größten Kulturprojekte Österreichs, entwickelt. Das Kulturzentrum beteiligt sich bereits zum vierten Mal an dieser Veranstaltung und präsentiert dabei die aserbaidschanische Kultur einem breiten österreichischen Publikum. Im Rahmen des Projekts wurde neben dem Ausstellungsprogramm auch ein spezielles Bildungs- und Mitmachangebot für Kinder vorgesehen, um Besucherinnen und Besuchern aller Altersgruppen einen vertieften Einblick in das aserbaidschanische Teppicherbe zu ermöglichen.

Die Ausstellung, die die reichen Teppichtraditionen Aserbaidschans mit modernen und interaktiven Vermittlungsformen verbindet, stieß sowohl bei österreichischen als auch bei internationalen Besucherinnen und Besuchern auf großes Interesse.