Schwarzer Januar Baku

19 Januar 2021, 09:00
Bellariastraße 8, 1010 Wien, Österreich

Das aserbaidschanische Volk gedenk in diesen Tagen den 29. Jahrestag der gewaltsamen Niederschlagung der aserbaidschanischen Unabhängigkeitsbewegung durch Truppen der Sowjetunion. In der Nacht vom 19. auf 20. Jänner 1990 marschierte die Sowjetarmee in die aserbaidschanische Hauptstadt Baku zu ihrer buchstäblich letzten militärischen Aggression ein, um den friedlichen Demonstrationen ein Ende zu bereiten. Gezielt auf unbewaffnete Menschen stürmende Soldaten und Panzer brachten in der tragischen Nacht und folgenden Tagen nach offiziellen Angaben 168 Menschen um, Hunderte wurden verletzt und etliche Personen sind immer noch vermisst.

Die blutigen Ereignisse des 20. Jänner1990, die als “Schwarzer Jänner” in die Geschichte Aserbaidschans eingegangen sind, stellen zugleich einen wichtigen Wendepunkt überhaupt in der Geschichte der Sowjetunion dar. Diese militärische Aktion der Sowjetmacht konnte die Unabhängigkeitsbewegung jedoch nicht bändigen, sondern verlieh ihr einen neuen Schwung. Obwohl die Moskauer Macht mit dieser enormen Gewaltaktion und mit dem Massaker in Aserbaidschaner offensichtlich ganz andere Ziele verfolgte als sie erreicht hatte. Nach Baku wurden auch in anderen Teilrepubliken die Unabhängigkeitsbestrebungen stärken und all das beschleunigte den Untergang des roten Imperiums.

Heute gedenkt Aserbaidschan mit Stolz die Tapferkeit seiner Söhne und Töchter, die in jenen Tagen ein Zeichen gegen das Sowjetregime setzten und für die Unabhängigkeit ihres Landes auf die Straßen gingen.